Macht nach Foucault

Zwischen jedem Punkt eines Gesellschaftskörpers, zwischen einem Mann und einer Frau, in einer Familie, zwischen einem Lehrer und seinem Schüler, zwischen demjenigen, der weiß, und demjenigen, der nicht weiß, verlaufen Machtbeziehungen, die nicht die schlichte und einfache Projektion der großen souveränen Macht auf die Individuen sind;

Allgemein glaube ich, dass die Macht sich nicht von (individuellen oder kollektiven) Willen her konstruieren und auch nicht aus Interessen ableiten lässt. Die Macht lässt sich von Mächten, von Mannigfaltigkeiten an Fragen und Machteffekten her konstruieren und funktioniert da heraus.

Der Staat ist nicht die Quelle!!!

Die Idee, die Quelle oder der Vereinigungspunkt der Macht sei der Staat, so dass von ihm Rechenschaft über sämtliche Disposi- tive der Macht zu fordern sei, scheint mir ohne große historische Fruchtbarkeit zu sein, oder sagen wir, ihre historische Fruchtbarkeit ist jetzt erschöpft. Das umgekehrte Vorgehen scheint derzeit reichhaltiger zu sein: Ich denke an Untersuchungen wie die von Jacques Donzelot über die Familie (er zeigt, wie die absolut spezifischen Machtformen, die innerhalb der Familien ausgeübt werden, dank des Schulbesuchs von allgemeineren Mechanismen staatlicher Art durchdrungen werden,